Gut besuchter Verbandstag am 14. Mai 2011 im Hotel Estrel

Text Christane Jordan, Peter Glowalla

Fotos und Bildbearbeitung: Iris Geisler

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Peter Glowalla überbrachte Senatsrat Rolf Brodback die Grüße der Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer.

In seinem Fachreferat lobte er die gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand und den täglichen bemerkenswerten Beitrag der Berliner Fahrlehrerschaft zum Thema Steigerung der Verkehrssicherheit. Er betonte deren große Anstrengungen und stetigen Einsatz, vor allem junge Menschen professionell auf die ständig steigenden Anforderungen im Straßenverkehr vorzubereiten und sie nachhaltig auszubilden. Somit haben diese jungen Fahranfänger auch eine reelle Chance mit dem erforderlichen Maß an Eigeninitiative sowie stetiger Lernbereitschaft als Autofahrerin und Autofahrer möglichst unversehrt bestehen zu können.

Er verkündete, dass nunmehr in Kürze die von den Fahrlehrern lang ersehnte Allgemeinverfügung zur Motorradausbildung in Berlin zu erwarten ist und lobte in diesem Zusammenhang das Engagement des Verbands bei der Erstellung der zur Verfügung stehenden Örtlichkeiten zum Ausbilden und Prüfen der so notwendigen Grundfahraufgaben.

Er bedauerte, dass der sog. Feuerwehrführerschein nicht zu verhindern war und hofft noch auf ein Machtwort aus Brüssel. Als weiteren Aspekt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit erwähnte er, dass ab 1. Juli 2011 Mofaprüfungen nur noch bei den Prüfstellen abgenommen werden dürfen, auch wenn die Ausbildung in einer allgemeinbildenden Schule erfolgt.

Fahranfängervorbereitung - Wunsch und Wirklichkeit

Das Referat der Bundsvereinigung hielt Peter Glowalla in seiner Eigenschaft als 1. stellvertretender Vorsitzender, da der Bundesvorsitzende Gerhard von Bressensdorf zeitgleich auf der Jahreshauptversammlung Baden-Württemberg Gastredner war. Er erläuterte die Initiative der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), die Fahranfängervorbereitung von der Schulzeit über Fahrausbildung und Fahrerlaubnisprüfung bis hin zu möglichen sinnvollen Nachbereitungsphasen zu reformieren. Das Erfolgsmodell BF 17, das  bundesweit leider nur rund 33 Prozent der Fahranfänger erreicht, ist durchaus ein Teil einer sinnvollen Fahranfänger-vorbereitung.  In diesem Kontext steht auch die Optimierung der theoretischen und praktischen Fahrerlaubnisprüfung. Soweit der Wunsch. Glowalla zeigte in seinem Vortrag schonungslos die Wirklichkeit auf, in der er das Fehlen einer strukturierten fächerübergreifenden Verkehrserziehung in allgemeinbildenden Schulen bemängelte. Lediglich die ehrenamtlichen Aktivitäten zahlreicher Akteure lindern hier einiges. Seine Frage: Warum müssen wir Fahrlehrer eigentlich Abiturienten noch die Berechnung des Bremsweges erklären?

Ausführlich ging er auf die Optimierung der Fahrerlaubnisprüfung ein. Wir fahren seit 100 Jahren Auto, aber noch nie hat jemand aufgeschrieben, wie die grundsätzlichen Handlungsalgorithmen des Autofahrens in wiederkehrenden Fahraufgaben abzulaufen haben und wie sie zu bewerten sind. Das Bauchgefühl des Prüfers in der Bewertung steht schon mal dem Bauchgefühl des Fahrlehrers entgegen. Wem muss der Fahrschüler glauben schenken? Er bezeichnet o. g. Reform als wichtig, richtig und alternativlos. Sie muss natürlich eine Optimierung der Fahrausbildung einschließen.
Sein Fazit: Auch künftig wird eine gute Fahranfängervorbereitung, in der Hauptsache im Rahmen einer professionellen optimierten Fahrschulausbildung sowie einer optimierten Fahrerlaubnisprüfung erfolgen müssen.

Volkswagen

Matthias Lorenz informierte über die neuesten fahrschul- und prüfungstauglichen Fahrzeuge und stellte die Umweltphilosophie des Konzerns in den Vordergrund.  Hierbei ging er auf die sogenannte   BLUEMOTION TECHNOLOGIES  ein und hob besonders heraus, dass sich immer mehr Modelle für den Fahrschulsektor mit einem Durchschnittverbrauch von 3,9 bis 4,9 Liter/100 km begnügen. In seinen weiteren Ausführungen präsentierte er zahlreiche Lernhilfen für Fahrschüler. Mit einen Blick auf Fahrerassistenzsysteme und den Hinweis, dass auch diese inzwischen in das Segment des Fahrschulbereichs Einzug gehalten haben, schloss er seine interessanten Ausführungen.

 

 

 

Befreundete Verbände

Für die anwesenden Vertreter der Verbände aus Brandenburg, Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein sprach Dieter Quentin, Vorsitzender aus Niedersachsen die Grußworte.

TÜV Rheinland Kraftfahrt GmbH

Prof. Dr. Jürgen Brauckmann begann seinen Vortrag mit einem nachdenklich machenden Hinweis, indem er keinen Zweifel daran ließ, dass zwar unter Beachtung bester Ingenieurskunst fast alles berechnen werden kann, aber eben nicht jede mögliche Situation in letzter Konsequenz. Fukushima sei ein mahnendes Beispiel bedrückender Art, denn hätte die radioaktive Wolke Tokio erreicht, wo der TÜV auch ein Unternehmen betreibt, wären die Folgen für die Menschen dort und somit auch für die TÜV-Mitarbeiter unkalkulierbar geworden.

Danach ging er auf Anzahl und Ergebnisse durchgeführter Prüfun-gen im Einzugsgebiet des TÜV Rheinland ein und stellte diese im Verhältnis zu denen in Berlin dar.

Dipl.-Ing. Andreas Röse erläuterte in der Folge das neue medienbruchfreie Führerscheinantragsverfahren im Zusammenhang mit TEDIS. Hierbei verdeutlichte er die Wege der Datenübermittlung und deren zeitlichen Ablauf anhand einer dynamischen Grafik.  Mit interessanten Angeboten für Kunden rundete  er seinen Vortrag ab.

DEKRA Automobil GmbH

Dr. Andreas Schmidt referierte über die neuen Videosequenzen, die er für 2012 im Rahmen der neuen theoretischen Fahrerlaubnisprüfung am PC als weitere Optimierungsmaßnahme erwartet. Hierzu zeigte er einen Film über die Bearbeitungsmöglichkeiten künftiger Prüfungssequenzen und führte anschließend eine Prüfungsfrage des neuen Formats vor. Ferner berichtete er über Probeläufe in Sachsen, die sehr positiv bewertet wurden. In Kürze wird ein solcher Probelauf auch in Berlin im Rahmen von theoretischen Fahrerlaubnisprüfungen durchgeführt. Die Teilnahme wird den Fahrerlaubnisbewerbern natürlich  freigestellt. Bezüglich des medienbruchfreien Führerscheinantragsverfahren stellte er das System DEKRA vor und schloss mit interessanten Kundenangeboten ab.

 

 

Leasing oder Kauf

Mit einem sehr interessanten Vortrag stellte sich der neue Steuerberater des Verbands Ronald Köbe vor. In kurzen und präzisen Ausführungen stellte er die wirtschaftlichen und steuerlichen Aspekte gegenüber. Da er zahlreiche nützliche Tipps in sehr kurze Statements kleidete, wird sein gesamter Vortrag in der BFR 2/2011 veröffentlicht werden.

 

 

 

 

 

Fahrlehrerversicherung VaG

Rechtsanwalt und Vorstandsmitglied Andreas Anft präsentierte in knapper aber übersichtlicher Form den Verlauf des Geschäftsjahres 2010. Erneut machte er deutlich, dass die Prämien immer mit dem Schadenverlauf zusammenhängen. Ein guter Schadenverlauf kann Prämien senken, ein schlechter wird Prämien zwangsläufig erhöhen müssen. In diesem Zusammenhang hatten seine Schlussworte, in denen er allen eine stets unfallfreie Fahrt wünschte, besonderes Gewicht.

 

 

 

Mitgliederversammlung 2011

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Peter Glowalla gedachte die Versammlung der verstorbenen Mitglieder.

Im Geschäftsbericht, der auf 36 Seiten in schriftlicher Form zusammen mit der 28. Fortsetzung des GmbH-Berichts allen Mitglieder vorlag, erläuterte Peter Glowalla die Mitgliederbewegungen im Geschäftszeitraum und hob besonders relevante Aspekte, beispielsweise die Problematik bei der Durchführung der Grundfahraufgaben in öffentlichen Verkehrsräumen und der Umgestaltung der Zentralvergabe hervor. Besonderen Raum nahmen auch seine Ausführungen zu den Beteiligungen von Verbandsmitgliedern an Projekten und Programmen zur Anhebung der Verkehrssicherheit.   Zu den bereits bekannten kamen neue hinzu: RoadSense, ein Verkehrserziehungsprogramm für 14 bis 15-Jährige und die Aktion Schutzengel.

Wahlen

Einstimmig wiedergewählt für vier Jahre wurde der 1. stellvertretende Vorsitzende Reinhard Kendziora.

Die Wahl des Schatzmeisters erfolgte in geheimer schriftlicher Form, da zwei Kandidaten vorgeschlagen wurden.  Mit 60 Stimmen setzte sich bei 10 Gegenstimmen und zwei ungültigen Stimmen der bisherige Schatzmeister Wolfgang Jeschar für die nächsten vier Jahre durch.

Wiedergewählt für ein Jahr wurde die Kassenprüfkommission mit Gerhard Anklam, Hilmar Wagner, André Wittek und Klaus Schmidt.

Anträge

Für die Mitgliederabfrage während der Jahreshauptversammlung 2011 bezogen auf einen möglichen Aufdruck des Verbandslogos auf die Broschüre „Entscheidung fürs Leben“ erhielten alle Mitglieder eine Broschüre sowie einen Fragebogen zur schriftlichen Abstimmung. Mit großer Mehrheit stimmten die Mitglieder für den Aufdruck und bekundeten damit auch ihre Zustimmung zur Kampagne der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz in Verbindung mit der Techniker Krankenkasse. Künftig werden die Broschüren verstärkt in den Verbandsfahrschule ausliegen.

 

 

Spenden für die Ärmsten

Seit vielen Jahren engagieren sich unsere Mitglieder Katharina-Ilona Kandel und Fritz Püttmann für ein Waisenhaus auf Sri Lanka und versuchen von ihren Aufenthalten in Deutschland soviel Spenden mitzunehmen, wie sie auftreiben können. Natürlich am besten in bar, sind doch die Mitnahmemöglichkeiten von Sachspenden im Flugzeug begrenzt.

Wir berichteten bereits in den Heften 2/2006, 1/2007 und 1/2010 der BFR über das besondere Engagement der beiden. In der Geschäftsstelle des Berliner Fahrlehrer-verbands steht für Spenden ein großes Sparschwein bereit, das der Vorstand diesmal anlässlich der Jahreshauptversammlung auch am Stand mit einer Hinweistafel aufstellte. Zahlreiche Aussteller, Referenten, Gäste und Mitglieder nahmen dies zum Anlass, für die Ärmsten der Armen zu spenden.

 

 

Bild: Spender für das Waisenhaus auf Sri Lanka