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Text Christane Jordan,
Peter Glowalla
Fotos und Bildbearbeitung: Iris Geisler
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Nach der Begrüßung durch
den Vorsitzenden Peter Glowalla überbrachte Senatsrat
Rolf Brodback die Grüße der Senatorin für
Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer.
In seinem Fachreferat lobte
er die gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand und den
täglichen bemerkenswerten Beitrag der Berliner
Fahrlehrerschaft zum Thema Steigerung der
Verkehrssicherheit. Er betonte deren große Anstrengungen
und stetigen Einsatz, vor allem junge Menschen
professionell auf die ständig steigenden Anforderungen
im Straßenverkehr vorzubereiten und sie nachhaltig
auszubilden. Somit haben diese jungen Fahranfänger auch
eine reelle Chance mit dem erforderlichen Maß an
Eigeninitiative sowie stetiger Lernbereitschaft als
Autofahrerin und Autofahrer möglichst unversehrt
bestehen zu können.
Er verkündete,
dass nunmehr in Kürze die von den Fahrlehrern lang
ersehnte Allgemeinverfügung zur Motorradausbildung in
Berlin zu
erwarten ist und lobte in diesem Zusammenhang das
Engagement des Verbands bei der Erstellung der zur
Verfügung stehenden Örtlichkeiten zum Ausbilden und
Prüfen der so notwendigen Grundfahraufgaben.
Er bedauerte, dass der sog.
Feuerwehrführerschein nicht zu verhindern war und hofft
noch auf ein Machtwort aus Brüssel. Als weiteren Aspekt
zur Verbesserung der Verkehrssicherheit erwähnte er,
dass ab 1. Juli 2011 Mofaprüfungen nur noch bei den
Prüfstellen abgenommen werden dürfen, auch wenn die
Ausbildung in einer allgemeinbildenden Schule erfolgt.
Fahranfängervorbereitung - Wunsch und Wirklichkeit
Das Referat der
Bundsvereinigung hielt Peter Glowalla in seiner
Eigenschaft als 1. stellvertretender Vorsitzender, da
der Bundesvorsitzende Gerhard von Bressensdorf
zeitgleich auf der Jahreshauptversammlung Baden-Württemberg Gastredner war.
Er erläuterte die Initiative der Bundesanstalt für
Straßenwesen (BASt), die Fahranfängervorbereitung von
der Schulzeit über Fahrausbildung und
Fahrerlaubnisprüfung bis hin zu möglichen sinnvollen
Nachbereitungsphasen zu reformieren. Das Erfolgsmodell
BF 17, das bundesweit leider nur rund 33 Prozent
der Fahranfänger erreicht, ist durchaus ein Teil einer
sinnvollen Fahranfänger-vorbereitung. In diesem
Kontext steht auch die Optimierung der theoretischen und
praktischen Fahrerlaubnisprüfung. Soweit der Wunsch. Glowalla zeigte in seinem Vortrag schonungslos die
Wirklichkeit auf, in der er das Fehlen einer
strukturierten fächerübergreifenden Verkehrserziehung in
allgemeinbildenden Schulen bemängelte. Lediglich die
ehrenamtlichen Aktivitäten zahlreicher Akteure lindern
hier einiges. Seine Frage: Warum müssen wir Fahrlehrer
eigentlich Abiturienten noch die Berechnung des
Bremsweges erklären?
Ausführlich ging er auf die
Optimierung der Fahrerlaubnisprüfung ein. Wir fahren
seit 100 Jahren Auto, aber noch nie hat jemand
aufgeschrieben, wie die grundsätzlichen
Handlungsalgorithmen des Autofahrens in wiederkehrenden
Fahraufgaben abzulaufen haben und wie sie zu bewerten
sind. Das Bauchgefühl des Prüfers in der Bewertung steht
schon mal dem Bauchgefühl des Fahrlehrers entgegen. Wem
muss der Fahrschüler glauben schenken? Er bezeichnet o.
g. Reform als wichtig, richtig und alternativlos. Sie
muss natürlich eine Optimierung der Fahrausbildung
einschließen.
Sein Fazit: Auch künftig wird eine gute
Fahranfängervorbereitung, in der Hauptsache im Rahmen
einer professionellen optimierten Fahrschulausbildung
sowie einer optimierten Fahrerlaubnisprüfung erfolgen
müssen.
Volkswagen
Matthias Lorenz informierte
über die neuesten fahrschul- und prüfungstauglichen
Fahrzeuge und stellte die Umweltphilosophie des Konzerns
in den Vordergrund. Hierbei ging er auf die sogenannte BLUEMOTION TECHNOLOGIES ein und hob besonders
heraus, dass sich immer mehr Modelle für den
Fahrschulsektor mit einem Durchschnittverbrauch von 3,9
bis 4,9 Liter/100 km begnügen. In seinen weiteren
Ausführungen präsentierte er zahlreiche Lernhilfen für
Fahrschüler. Mit einen Blick auf Fahrerassistenzsysteme
und den Hinweis, dass auch diese inzwischen in das
Segment des Fahrschulbereichs Einzug gehalten haben,
schloss er seine interessanten Ausführungen.
Befreundete
Verbände
Für die anwesenden
Vertreter der Verbände aus Brandenburg, Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt und
Schleswig-Holstein sprach Dieter Quentin, Vorsitzender
aus Niedersachsen die Grußworte.
TÜV Rheinland Kraftfahrt GmbH
Prof. Dr. Jürgen Brauckmann begann seinen Vortrag mit
einem nachdenklich machenden Hinweis, indem er keinen
Zweifel daran ließ, dass zwar unter Beachtung bester
Ingenieurskunst fast alles berechnen werden kann, aber
eben nicht jede mögliche Situation in letzter
Konsequenz. Fukushima sei ein mahnendes Beispiel
bedrückender Art, denn hätte die radioaktive Wolke Tokio
erreicht, wo der TÜV auch ein Unternehmen betreibt,
wären die Folgen für die Menschen dort und somit auch
für die TÜV-Mitarbeite r unkalkulierbar geworden.
Danach ging er auf Anzahl und Ergebnisse durchgeführter Prüfun-gen im
Einzugsgebiet des TÜV Rheinland ein und stellte diese im
Verhältnis zu denen in Berlin dar.
Dipl.-Ing. Andreas Röse
erläuterte in der Folge das neue medienbruchfreie
Führerscheinantragsverfahren im Zusammenhang mit TEDIS.
Hierbei verdeutlichte er die Wege der Datenübermittlung
und deren zeitlichen Ablauf anhand einer dynamischen
Grafik. Mit interessanten Angeboten für Kunden
rundete er seinen Vortrag ab.
DEKRA Automobil GmbH
Dr. Andreas Schmidt
referierte über die neuen Videosequenzen, die er für
2012 im Rahmen der neuen theoretischen
Fahrerlaubnisprüfung am PC als weitere
Optimierungsmaßnahme erwartet. Hierzu zeigte er einen
Film über die Bearbeitungsmöglichkeiten künftiger
Prüfungssequenzen und führte anschließend eine
Prüfungsfrage des neuen Formats vor. Ferner berichtete
er über Probeläufe in Sachsen, die sehr positiv bewertet
wurden. In Kürze wird ein solcher Probelauf auch in
Berlin im Rahmen von theoretischen
Fahrerlaubnisprüfungen durchgeführt. Die Teilnahme wird
den Fahrerlaubnisbewerbern natürlich freigestellt.
Bezüglich des medienbruchfreien
Führerscheinantragsverfahren stellte er das System DEKRA
vor und schloss mit interessanten Kundenangeboten ab.
Leasing oder Kauf
Mit einem sehr
interessanten Vortrag stellte sich der neue
Steuerberater des Verbands Ronald Köbe vor. In
kurzen und präzisen Ausführungen stellte er die
wirtschaftlichen und steuerlichen Aspekte gegenüber. Da
er zahlreiche nützliche Tipps in sehr kurze Statements
kleidete, wird sein gesamter Vortrag in der BFR 2/2011
veröffentlicht werden.
Fahrlehrerversicherung VaG
Rechtsanwalt und
Vorstandsmitglied Andreas Anft präsentierte in knapper
aber übersichtlicher Form den Verlauf des
Geschäftsjahres 2010. Erneut machte er deutlich, dass
die Prämien immer mit dem Schadenverlauf zusammenhängen.
Ein guter Schadenverlauf kann Prämien senken, ein
schlechter wird Prämien zwangsläufig
erhöhen müssen. In diesem Zusammenhang hatten seine
Schlussworte, in denen er allen eine stets unfallfreie
Fahrt wünschte, besonderes Gewicht.
Mitgliederversammlung
2011
Nach der Begrüßung durch
den Vorsitzenden Peter Glowalla gedachte die Versammlung
der verstorbenen Mitglieder.
Im Geschäftsbericht, der
auf 36 Seiten in schriftlicher Form zusammen mit der 28.
Fortsetzung des GmbH-Berichts allen Mitglieder vorlag,
erläuterte Peter Glowalla die Mitgliederbewegungen im
Geschäftszeitraum und hob besonders relevante Aspekte,
beispielsweise die Problematik bei der Durchführung der
Grundfahraufgaben in öffentlichen Verkehrsräumen und der
Umgestaltung der
Zentralvergabe
hervor. Besonderen Raum nahmen auch seine
Ausführungen zu den Beteiligungen von
Verbandsmitgliedern an Projekten und Programmen zur Anhebung der Verkehrssicherheit. Zu den
bereits bekannten kamen neue hinzu: RoadSense, ein
Verkehrserziehungsprogramm für 14 bis 15-Jährige und die
Aktion Schutzengel.
Wahlen
Einstimmig wiedergewählt
für vier Jahre wurde der 1. stellvertretende Vorsitzende
Reinhard Kendziora.
Die Wahl des Schatzmeisters
erfolgte in geheimer schriftlicher Form, da zwei
Kandidaten vorgeschlagen wurden. Mit 60 Stimmen
setzte sich bei 10 Gegenstimmen und zwei ungültigen
Stimmen der bisherige Schatzmeister Wolfgang Jeschar für
die nächsten vier Jahre durch.
Wiedergewählt für ein Jahr
wurde die Kassenprüfkommission mit Gerhard Anklam,
Hilmar Wagner, André Wittek und Klaus Schmidt.
Anträge
Für die Mitgliederabfrage
während der Jahreshauptversammlung 2011 bezogen auf
einen möglichen Aufdruck des Verbandslogos auf die
Broschüre „Entscheidung fürs Leben“ erhielten alle
Mitglieder eine Broschüre sowie einen Fragebogen zur
schriftlichen Abstimmung. Mit großer Mehrheit stimmten die Mitglieder für den Aufdruck und
bekundeten damit auch ihre Zustimmung zur Kampagne
der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und
Verbraucherschutz in Verbindung mit der Techniker
Krankenkasse. Künftig werden die Broschüren verstärkt in
den Verbandsfahrschule ausliegen.
Spenden für die Ärmsten
Seit vielen Jahren engagieren sich unsere Mitglieder
Katharina-Ilona Kandel und Fritz Püttmann für ein
Waisenhaus auf Sri Lanka und versuchen von ihren
Aufenthalten in Deutschland soviel Spenden mitzunehmen,
wie sie auftreiben können. Natürlich am besten in bar,
sind doch die Mitnahmemöglichkeiten von Sachspenden im
Flugzeug begrenzt.
Wir berichteten bereits in den Heften
2/2006, 1/2007 und 1/2010 der BFR über das besondere
Engagement der beiden. In der Geschäftsstelle des
Berliner Fahrlehrer-verbands steht für Spenden ein großes
Sparschwein bereit, das der Vorstand diesmal anlässlich
der Jahreshauptversammlung auch am Stand mit einer
Hinweistafel aufstellte. Zahlreiche Aussteller,
Referenten, Gäste und Mitglieder nahmen dies zum Anlass,
für die Ärmsten der Armen zu spenden.
Bild: Spender
für das Waisenhaus auf Sri Lanka
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