Motorrad-Saison-Eröffnungsfahrt 2019

Termin Samstag, 25. Mai 2019

8.30 Uhr   Eintreffen Geschäftsstelle Verband

9.00 Uhr   Abfahrt

Anmeldung bei Sabine Reddig, Tel.: 030 754 918 0 / Fax.: 030 754 918 22 / Mail: reddig@fahrlehrerverband-berlin.de

Vorfreude auf die Motorrad-Saisoneröffnungsfahrt 2019 unter dem Motto:

"Du musst fest üben, bis Du den Bogen raus hast".

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Rückblick 2018 "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer ... oder doch?"
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in Bilderbericht von Reinhard Kendziora

Besser hätte das Wetter nicht sein können. Die Sonne lachte an einem strahlend blauen Himmel. Entsprechend gut gelaunt hatten sich nicht nur Kolleginnen und Kollegen zur diesjährigen Motorrad-Saisoneröffnungsfahrt eingefunden. Auch Lars Range vom TÜV war wieder einmal mit von der Partie. Und diesmal fuhr sogar das Verbandsbüro mit. Manuela Larssen und Sabine Reddig ließen es sich nicht nehmen, ebenfalls an der Fahrt teilzunehmen.

Es begann mit einem Frühstück in der Geschäftsstelle des Verbands. René Paschke sprach einige Worte über versicherungsrechtliche Belange, die bei einer organisierten Gruppenfahrt zu beachten sind.

René Paschke erläuterte Material der Fahrlehrerversicherung.

Sabine Koch und Bernd Ferme hatten die Strecke ausgesucht und in der Vergangenheit mehrmals aktualisiert, indem sie diese immer wieder abgefahren sind. Dabei hatten sie interessante Zielpunkte gefunden, zu lange 30er-Strecken aussortiert und auch aktuelle Baustellen berücksichtigt. Sabine informierte aber im Vorfeld nur allgemein. Die genaue Strecke verriet sie zunächst nicht.

Sabine Koch beschränkte sich auf Andeutungen zur Strecke

Aufgeteilt in zwei Gruppen ging es anschließend Richtung Süden durch wunderschöne Landschaften Brandenburgs. Wie man so viele interessante und bisher unbekannte Nebenstrecken entdeckt? Kennt vielleicht jemand Orte wie zum Beispiel „Babben“? Sabines Navi hatte eine Sonderfunktion, die genau solche Straßen bevorzugt. Die Route bescherte uns immer wieder kleine Attraktionen, sofern man ein Auge dafür hat: landschaftlich reizvolle Natur, herrliche Kurven, Störche in Hochnestern und auf den Wiesen. Und in einem kleinen Dorf weitab von Berlin ragte eine blau-weiße Hertha-Fahne aus dem Fenster einer Dachgaube im ersten Stock.

  

Bei der ersten Rast (v.l.n.r.): Claus Ottenburg, Sabine Koch, Manuela Larssen, Bernd Palm

Pünktlich zu zwölf Uhr rollten die Motorräder beim Gasthaus Krone im kleinen Ort Gollmitz ein. Das vorbestellte Essen wurde bald serviert und schmeckte ausgezeichnet. Unsere geparkten Motorräder lockten eine weitere Gruppe von Motorradfahrern an, die sich hier zu einem Zwischenstopp entschlossen. Die Welt ist ein Dorf. Mit breitem Grinsen begrüßte uns Kollege Reinhard Schneider, der mit seiner Gruppe auf dem Weg ins Elbsandsteingebirge war.

Überraschung beim Essen: Reinhard Schneider – unterwegs mit einer anderen Motorradgruppe

Satt und zufrieden ging es weiter zum nächsten Ziel. Nicht weit entfernt landeten wir in Calau vor einem Gebäude mit der Aufschrift: „Mobile Welt des Ostens“. Zusatz: „Bestaunen Sie die Welt der Ostfahrzeuge“. Das mit dem Staunen klappte durchaus. In diesem kleinen Museum hatten engagierte Freunde alter Fahrzeuge aus der DDR-Zeit und auch der Zeit davor unzählige zwei-, drei- und vierrädrige Kraftfahrzeuge gesammelt und ausgestellt.

 

In dem Museum warteten wahre Schätze auf die Besucher

Beim Gang durch die Räume kam einem immer wieder die Frage in den Sinn: „Wo haben die das alles nur her?“ Die ältesten Fahrzeuge stammten aus den Jahren 1927 bis 1929. Unterschiedlichste Motorenkonzepte und Einbauarten waren zu bewundern. Und Besonderheiten. Einen weiten Weg dürfte das 1927 gebaute Ford T-Modell „Tin Lizzy“ hinter sich haben, hier genannt „Blechliesel“. Die vorne angebrachte Kurbel reizte dazu, wie die Vorfahren damit den Motor anzuwerfen. Die Erfahrung aber blieb verwehrt. Berühren verboten.

Ob Sabine Koch und Manuela Larssen wohl über das Zweirad oder die Mütze diskutierten?

Das Unikum „Krankenfahrzeug Duo“ wurde ab 1973 gebaut und ist immer noch vereinzelt im Straßenbild zu finden. Das Fahrrad mit Hilfsmotor MAW, genannt „Hühnerschreck“, wurde bis 1959 gebaut und dürfte inzwischen endgültig der Vergangenheit angehören. Nicht fehlen durfte natürlich die in Suhl gebaute „Simme“ mit den Modellen „Spatz“, „Star“ und vor allem „Schwalbe“ – mit atemberaubenden 3,4 PS. Heute noch begehrt wie eh und je. Immerhin darf man damit auch heute noch legal 60 km/h fahren.

 

Auch Cabrios wie dieses unerläuterte Modell gab es in der DDR. Die Damen waren übrigens nicht echt.

Auch eine Polizei-„MZ“ gehörte zu den Ausstellungsstücken. Der schwarz-weiße Leuchtstab klemmte noch in der Halterung am Lenker. Dann noch eine ausgesprochene Rarität. Man lernt eben immer noch etwas hinzu. Auch als Motorrad-Fahrlehrer. Der lehrt doch schließlich, es gebe als Sekundärantrieb nur Kette, Zahnriemen und Kardan. Die ausgestellte NSU 201 R wurde natürlich auch von etwas angetrieben. Aber wovon bitte? Offenbar eine Art Riemen, der aus kurzen, aneinander genieteten Laschen gebildet wurde. Woraus die Laschen bestanden, ließ sich nicht klären. Leder war es nicht.

Bildungsprogramm: Der ungewöhnliche Antriebsriemen der NSU 201 R von 1928

Eine Wendeltreppe führte dann noch ins Obergeschoss, wo einige Räume durch originale Ausstattungsgegenstände wie zu DDR-Zeiten eingerichtet waren. Auch für Nicht-Nostalgiker war dieses kleine Museum das Highlight unserer Tour. Und sie war noch nicht zuende. Auch wenn es von nun an wieder nach Norden ging, Richtung Berlin. Vielleicht hätte dazu auch ein Kompass gereicht. Sascha Herberg aber wollte auf Nummer sicher gehen und hantierte mit der linken Hand mit seinem Smartphone und der rechten am Navi im Cockpit seiner R1200.

 

Sascha Herberg bei seiner Multitasking-Aktion mit Smartphone und Navi

Vielleicht hätte Sabine Koch auch lieber solchen Aufwand treiben sollen. Oder ein anderes Navi wählen. Bis zur nahegelegenen Tankstelle schafften wir es noch aus dem Gedächtnis. Dort erwies sich Stephan Ackerschewski als vorbildlicher Biker und gönnte seiner Honda eine ausgiebige Scheinwerfer-Wäsche. Wie allerdings sein nicht betreutes Visier aussah, ließ sich nur vermuten.

 

Stephan Ackerschewski ließ seinen Scheinwerfer wieder strahlen

Wieder auf der Piste führte uns Sabine kurz darauf in Golßen direkt vor einen Zaun. Ihr Navi war der irrigen Meinung, die Straße führe hier weiter. Leider standen hinter dem Zaun einige Gebäude, die nicht so aussahen, als wenn sie erst seit wenigen Tagen dort stünden. Was soll’s – Fahrlehrer beherrschen eine enge Wendung quasi im Schlaf. Schließlich demonstrieren sie dieses Manöver immer wieder ihren Fahrschülern.

Die frisch verheiratete „Frau Ottenburg“ bei Flugversuchen 

Der letzte Punkt der gemeinsamen Fahrt führte uns nach Thyrow. Ziel war das dortige Eiscafé, in dem man bei immer noch strahlendem Sonnenschein im Freien sitzen und ein köstliches Eis genießen konnte. Die Sonne strahlte jedoch trotz der späten nachmittäglichen Stunde derart intensiv, dass Sascha Herberg spontan als Gentleman begann, den vorhandenen Sonnenschirm auseinander zu kurbeln. Gentleman deswegen, weil er selbst im Gegensatz zu den meisten anderen an eine Mütze gedacht hatte.

Sascha Herberg im Kampf gegen die Sonne

Ein wunderschöner Tag neigte sich dem Ende zu. Nun hieß es Abschied nehmen. Von Thyrow aus fuhr dann jeder individuell in Richtung Heimat.

 

Abschied nehmen – aber nur bis zum nächsten Mal

Das Wetter, die Tour, die Erlebnisse, die Stimmung – alles passte an diesem Tag. Ermöglicht wurde er neben dem „Wettergott“ vor allem auf Grund der gründlichen Vorbereitung durch Sabine Koch und Bernd Ferme. Ausdrücklicher Dank an die beiden! Wir freuen uns auf das nächste Mal.

Erinnerungen an eine äußerst gelungene Saisoneröffnung

Bis dahin träumen wir immer wieder von der Saisoneröffnungstour 2018. Die wird in bester Erinnerung bleiben.