Zur
überraschenden Pressemeldungen am 15.06.2011 zu einer möglichen
Nachbetreuung von Fahranfängern
schrieb Gerhard von Bressensdorf, Vorsitzender der
Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e. V. an die Landesfahrlehrerverbände:
Sehr geehrte
Kollegen,
zu Ihrer
Information darf ich Ihnen folgendes mitteilen:
Gestern war eine
Delegation von Parlamentariern auf Einladung des ADAC in
Österreich und hat sich in der Nähe von Wien über die positiven
Erfahrungen der österreichischen Ausbildungskonzeption
informiert. Dabei wurde wohl als bedeutendstes Ergebnis
festgestellt, dass nach den drei in Österreich möglichen
Ausbildungsvarianten
1.
Vollausbildung oder alternativ
2. Duale
Ausbildung oder
3. Zur
Vollausbildung sogenannte L17-Übungsfahrten
sogenannte
Feedback-Fahrten nach der Führerscheinprüfung stattfinden. Die
erste Feedback-Fahrt findet frühestens drei Monate nach der
Prüfung statt. Es ist eine variantenreiche Fahrt, an der der
Fahrlehrer ein qualifiziertes Feedback geben soll.
Nach dieser
ersten Feedback-Fahrt schließt sich ein Sicherheitstraining und
hieran eine psychologische Beratung an. Im Anschluss daran,
findet eine zweite Feedback-Fahrt statt, in der ECO-Driving
zwingend vorgeschrieben ist, da die Ausbildung diesen Punkt bis
dahin nicht ausreichend berücksichtigt.
Nach unseren
Informationen betragen die Kosten für die beiden
Feedback-Fahrten zwischen EURO 120,-- und 140,--. Die gesamte
sogenannte „Mehrphasenausbildung“ (2 Feedback-Fahrten mit
dazwischenlegendem Sicherheitstraining und psychologischer
Beratung) betragen zwischen EURO 280,-- und 340,--. Die Auskunft
erhielt wir vom Vorsitzenden des Österreichischen
Fahrlehrerverbandes.
Unsere Position
ist: Wir sind grundsätzlich schon seit Jahren dafür, eine
qualifizierte Nachbetreuung für die Fahranfänger zu gestalten.
Gegenwärtig laufen wissenschaftliche Untersuchungen, die Mitte
des Jahres veröffentlicht werden können. Die Fahrlehrerschaft
hat eigene Ideen entwickelt (DFA-Modell) und reichert dies
gegenwärtig mit Überlegungen neuester Erkenntnisse aus
wissenschaftlichen Studien an. Das österreichische Modell muss
unter der Tatsache gesehen werden, dass nach wie vor die
Laienausbildung in Österreich einen erheblichen Anteil einnimmt.
Die in Österreich erreichten 30 % Rückgang der Unfallzahlen
lassen sich nicht automatisch auf deutsche Verhältnisse
übertragen.
Für Rückfragen
stehen wir im Rahmen der noch verbleibenden Zeit vor der
Mitgliederversammlung gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen
Grüßen
Gerhard von
Bressensdorf
Vorsitzender